Review

KI und Übersetzung

Kann künstliche Intelligenz Literatur übersetzen?
Datum: 05.03.2026
Uhrzeit: 18:30
Ort: Stadtbibliothek Brixen
Sprachen: deutsch, italienisch

Künstliche Intelligenz ist schon hinsichtlich ihrer Definition schwer fassbar: Es handelt sich um eine Reihe von Technologien, die es Maschinen ermöglichen, Aufgaben auszuführen, für die Menschen ihre Intelligenz einsetzen müssen. Dieses Forschungsgebiet existiert seit den 1950er Jahren und hat sich auf beeindruckende und sprunghafte Weise entwickelt, mit Höhen und Tiefen, und war bis vor kurzem nur Fachleuten bekannt. Das Aufkommen der generativen künstlichen Intelligenz und insbesondere von Sprachmodellen wie ChatGPT, Claude und Grok hat die künstliche Intelligenz in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und Erwartungen und Neugier, aber auch Zweifel und Bedenken geweckt.

Kontextbasiert, präzise und in Echtzeit können heute mit den Sprachmodellen der textgenerativen Intelligenz Texte in jeder beliebigen Thematik erzeugt bzw. bestehende Texte in andere Sprachen übersetzt werden. KI-Übersetzer wie google-translator oder DeepL nutzen dafür, nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns, ein neuronales Netzwerk, das riesige Datenmengen verarbeitet und die Informationen darin sinnvoll miteinander verknüpft. Mit KI-Übersetzung lassen sich inzwischen ganze Bücher übersetzen, ohne dass auf den ersten Blick auffällt, dass eine KI dahintersteckt. Aber auf den zweiten Blick?

Warum und woran scheitert die KI, wenn es darum geht, komplexe und emotional aufgeladene Texte wie Literatur zu übersetzen? Wie sieht es mit Fragen zum Urheberrecht aus, wenn sich, wie derzeit der Fall, die KI bzw. die sie entwickelnden Konzerne riesige Datenmengen originaler wie übersetzter Weltliteratur als Futter für ihre Systeme einverleiben, ohne dafür Rechte oder Tantiemen zu bezahlen oder für dessen ökologischen Fußabdruck Verantwortung zu übernehmen? Ist der Beruf der Übersetzerin, des Übersetzers durch die KI gefährdet oder wird er durch sie geradezu aufgewertet, weil durch deren Beschränkungen erst deutlich wird, was das inbesondere literarische Übersetzen in künstlerisch-kreativer Hinsicht zu leisten vermag?

Zu diesen und weiteren Fragen diskutieren die Autorin und Übersetzerin Michaela Heissenberger (Bruneck, Berlin), der Lehrer, Schriftsteller und Übersetzer Stefano Zangrando (Bozen, Rovereto) und die Chefredakteurin des online-Portals salto Simonetta Nardin (Bozen).

Michaela Heissenberger, 1968 in Wien geboren, in Bruneck/Südtirol aufgewachsen, lebt seit 1999 in Berlin. Studium des Journalismus in Urbino, Dams in Bologna, Diplom der Scuola Europea di Traduzione Letteraria (Bozen 1996). Einige Jahre als freie Journalistin in Südtirol und Berlin, seitdem zahlreiche Übersetzungen der Kunst- und Kulturgeschichte, der erzählenden Literatur (u.a. Stefano Zangrando, Antonella Sbuelz) und der Lyrik (Alpine Poesie der Gegenwart 2023, 2026). Veröffentlichungen von Kurzprosa, gemeinsame Projekte mit dem Fotografen Oliver Kern.

Simonetta Nardin ist Journalistin und Kommunikationsexpertin mit langjähriger internationaler Erfahrung. Sie lebte lange Zeit in den Vereinigten Staaten, wo sie beim Internationalen Währungsfonds arbeitete und schließlich die Position der Leiterin der Pressestelle innehatte. Zuvor war sie bei der Nachrichtenagentur Reuters in Rom und für UNICEF in Westafrika tätig. Nach ihrer Rückkehr aus Washington war sie Teil des Kommunikationsteams des PNRR (Nationaler Plan für Wiederaufbau und Resilienz) der Regierung Draghi. Seit Januar 2025 ist sie Chefredakteurin der Online-Tageszeitung SALTO.

Stefano Zangrando, geboren 1973 in Bozen, studierte und lebte in Trient und Berlin. Er ist Autor und Literaturvermittler und übersetzt u. a. Ingo Schulze und Kurt Lanthaler. Mit dem Roman Fratello minore. Sorte, amori e pagine di Peter B. (Arkadia, 2018), auch in der deutschen Übersetzung von Michaela Heissenberger erschienen (Eulenspiegel Verlag, 2020), war er Finalist des Literaturpreises der Europäischen Union. Sein jüngster Roman ist I padri si saltano (Arkadia, 2025). Er lebt und arbeitet zwischen Rovereto und Südtirol.

Eine Veranstaltung von ZeLT. Europäisches Zentrum für Literatur und Übersetzung in Zusammenarbeit mit:

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zu Gast in Brixen im Rahmen des internationalen Lyrikfestivals W:ORTE

Datum: 13.06.2026
Uhrzeit: 18:30
Ort: Stadtbibliothek Brixen
Sprachen: Portugiesisch, deutsch, italienisch

FESTIVAL | „Alpine Poesie der Gegenwart“

Datum: 08.05.2026–09.05.2026
Ort: Stadtbibliothek Brixen
Sprachen: Ladina, Grischun, Friūl

Ausschluss / Esclusione

Datum: 09.04.2026
Uhrzeit: 20:00
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Sprachen: Deutsch, Italienisch

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