Am 9. April 2026 wird der neue Band der zweisprachigen Publikationsreihe Zeitworte – Parole del tempo vorgestellt.
Zu Gast sind die Autorinnen Elvira Mujčić und Marlene Streeruwitz, welche Einblick in ihre Texte und in die literarische Auseinandersetzung mit dem Zeitwort „Ausschluss – Esclusione“ geben.

Die insgesamt vier Erzählungen des Bandes thematisieren unterschiedliche Formen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung und handeln von Menschen, die sich auf unsicherem Terrain bewegen – zwischen Akzeptanz und Verletzlichkeit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Erinnerungen, Erfahrungen und innere Konflikte prägen diese Prosastücke, die keine einfachen Antworten geben, sondern den Rissen nachspüren, durch die Ausschluss entsteht und zur Gewohnheit werden kann.
Die Reihe versteht die sprachliche und kulturelle Grenze als Raum des Dialogs. Je zwei deutsch- und italienischsprachige Autorinnen und Autoren schreiben zu einem Schlüsselwort der Jetztzeit; die Texte erscheinen in Originalsprache und Übersetzung und eröffnen neue Perspektiven auf unsere geteilte Gegenwart.
Als erweitertes und biennal stattfindendes Rechercheprojekt lancierten Edizioni Alphabeta Verlag und ZeLT 2025/26 „Zeitworte – Parole del tempo“. Das Projekt will in Form von Lesungen, Gesprächen, Werkstätten und der Publikation literarische Linse, Forum als auch Zeitdokument sein.
Das aktuelle Worttandem „Ausschluss-Esclusione“ wurde im Rahmen eines ZeLTsalon:s am 1. März 2025 von den Autor:innen, beraten durch ihre Übersetzer:innen, gefunden. Die Publikation vereint nun die entstandenen Erzählungen in einem deutsch- und einem italienischsprachigen Band und wird im Zusammenwirken der drei großen Bibliotheken in Bozen erstmals vorgestellt.


Elvira Mujčić (Loznica, 1980), geboren in Jugoslawien, kam Anfang der 1990er Jahre aufgrund des Krieges in ihrem Heimatland nach Italien und lebt derzeit in Rom. Die Absolventin des Studiengangs Fremdsprachen und Literatur ist Schriftstellerin, Literaturübersetzerin und Moderatorin bei Rai Radio 3, wo sie die Sendung „Pagina 3 Internazionale“ moderiert, eine Kultursendung, die sich der ausländischen Presse widmet. Sie hat bekannte Autorinnen und Autoren aus dem ehemaligen Jugoslawien wie Slavenka Drakulić, Faruk Šehić und Robert Perišić ins Italienische übersetzt und ist im Rahmen des Projekts CELA (Connecting Emerging Literary Artists) an der Scuola Holden als Mentorin für Übersetzung tätig. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen die Romane „La stagione che non c’era“ (Guanda, 2025), La buona condotta (Crocetti, 2023), „Consigli per essere un bravo immigrato“ (Elliot, 2019) und „Dieci prugne ai fascisti“ (Elliot 2016) sowie die Erzählung „Da grande voglio imitare Giano“, die in der Zeitschrift „Sotto il vulcano“ (Nr. 2, Metamorfosi, Feltrinelli, 2022) erschienen ist.
Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als
Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche
Auszeichnungen, darunter zuletzt den Bremer Literaturpreis und den Preis der Literaturhäuser. Ihr Roman
»Die Schmerzmacherin.« stand 2011 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen der
Roman »Flammenwand.« (Longlist Deutscher Buchpreis 2019), die Breitbach-Poetikvorlesung »Geschlecht.
Zahl. Fall.« (2021), der Roman »Tage im Mai.« (2023) sowie die Bände »Handbuch für die Liebe.« und
»Handbuch gegen den Krieg.« (2024).
Eine gemeinsame Veranstaltung der Landesbibliothek Tessmann, der italienischen Landesbibliothek „Claudia Augusta“, der Stadtbibliothek Bozen, Edizioni Alphabeta Verlag und ZeLT. Europäisches Zentrum für Literatur und Übersetzung
Die Autor:innen: Kurt Lanthaler, Elvira Mujčić, Sebastiano Mondadori und Marlene Streeruwitz
Die Übersetzer:innen: Michaela Heissenberger, Donatella Trevisan, Alma Vallazza und Stefano Zangrando
Weitere Vorstellungstermine werden noch bekanntgegeben.